Der talentierte Mr. Ripley

Schauspiel nach dem Roman von Patricia Highsmith | aus dem Amerikanischen von Melanie Walz | Theaterfassung von Grit Lukas und Lars Helmer | Premiere: 9. Februar 2019

„Wo ist Dickie?“

In seinem New Yorker Kellerloch träumt Tom Ripley, 25, von einem Leben auf der Sonnenseite. Da kommt ihm der Auftrag des Industriellen Greenleaf gerade recht, nach Italien zu reisen, um dessen „verlorenen Sohn“ Dickie dazu zu bewegen, nach Hause zurückzukehren. Im malerischen Mongibello trifft Tom auf den Industriellensohn, der das Leben in vollen Zügen genießt. Ripley ist fasziniert vom mondänen Ambiente – und von Dickie selbst. Immer mehr träumt sich Tom in Dickies Welt, imitiert seine Stimme, probiert seine Kleidung an, fälscht seine Unterschrift. Bei einer Bootsfahrt ergreift er die Chance: Ripley erschlägt Dickie und nimmt dessen Platz ein. Wie ein talentierter Schauspieler jongliert Ripley mit seinen beiden Identitäten nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“.

Patricia Highsmith (1921 – 1995) gilt als Meisterin des psychologischen Kriminalromans. Im Mittelpunkt ihrer Werke stehen nicht die Aufklärung von Verbrechen, sondern die Umstände und Motive, die einen unauffälligen Durchschnittsmenschen ins Verbrechen treiben. Der 1960 erschienene Roman wurde mit Alain Delon als Tom Ripley unter dem Titel „Nur die Sonne war Zeuge“ und 1999 unter dem Originaltitel mit Matt Damon verfilmt.

Regie: Grit Lukas
Bühne und Kostüme: Lena Hiebel
Dramaturgie: Lars Helmer

Tom Ripley: Jens Lamprecht
Marge Sherwood/ Cleo: Florenze Schüssler
Dickie Greenleaf/ Herbert Greenleaf/ Peter: Rinaldo Steller
Freddie Miles/ Roverini/ McCarron: Nicolai Gonther

Presse

Regisseurin Grit Lukas und Dramaturg Lars Helmer haben den Roman für die Bühne knackig aufbereitet. In der LTT-Fassung geht es Schlag auf Schlag. Mord auf Mord. Tom Ripley (Jens Lamprecht) führt als Ich-Erzähler durch das Geschehen, für eine epische Entwicklung der Figuren oder Motive bleibt nicht allzu viel Zeit. Das hat aber auch etwas, weil ständig was passiert und der Rest unserer Fantasie überlassen wird. Katharina Hipp, Reutlinger Generalanzeiger, 12.02.2019

Das Schauspiel “Der talentierte Mr. Ripley” nach dem Roman von Patricia Highsmith präsentiert sich in der Bühnenfassung von Grit Lukas und Lars Helmer als flottes und junges Theater mit viel jugendlichem Drive und Tempo. Auf der Spielfläche der offenen Bühne, für deren passende Ausstattung Lena Hiebel sich verantwortlich zeichnet, entwickelt sich im Hin und Her auf und mit den mobilen Treppen, die sich immer wieder zu anderen Konstellationen auseinander und zusammen schieben lassen, ein nettes, manchmal etwas abgedrehtes mit Musik dramaturgisch effektvoll untermaltes Kammerspiel. (…) Es mag ein Risiko sein, eine solche bekannte kriminalistische Roman-Story (…) für die Bühne zu dramatisieren. Doch der Regisseurin gelingt zusammen mit dem Dramaturgen Helmer das Wagnis, vor allem weil die Regisseurin die Protagonisten als klar umrissene Typen zeichnet, ihnen ein vielsagendendes und aussagekräftiges Mienenspiel verleiht und zudem für gute Wechsel in der Inszenierung sorgt. Fundament für die gelungene Premiere ist der Kniff der Bühnenfassung Tom Ripley als Ich-Erzähler dem Publikum seine Gedanken und Gefühle übermitteln zu lassen. Christopher Holbein, Schwarzwälder Bote, 12.02.19

Fotos


Fotos: Martin Sigmund

Trailer

Trailer: Landestheater Tübingen/ Grit Lukas