Hasstriptychon – Wege aus der Krise

Eine Therapie in drei Flügeln | von Sybille Berg | Bühnen Halle | nt – Digital | Premiere: 09. Oktober 2021

Das wird nichts mehr mit dieser Spezies, aber bis sie ausgestorben ist, kann man noch viel Spaß mit ihr haben.

Sie sind digital vereinsamt. Sie sind durch Klamotten von der Stange mühsam in Form gehalten. Sie haben sich und den anderen nicht viel zu sagen. Ihre Erinnerungen sind nicht der Rede wert. Ihre Zukunft erst recht nicht. Sie wohnen am Autobahnzubringer oder in zubetonierten Stadtvierteln. Sie sind schwul, rechtsnational oder alkoholabhängig, sie sind Mann, Frau oder irgendwas dazwischen, und nichts eint sie außer der Wut auf eine Gesellschaft, in der es nur noch um Selbstoptimierung und Funktionstauglichkeit geht, um den allgemeinen Marktwert – und das, obwohl der Markt selbst seit geraumer Zeit im Leerlauf dreht. Berg setzt mit ihren Vertretern den gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft auf die Couch ihres Therapeuten – den „Hassmaster“. Er führt wie auf den drei Flügeln eines Triptychons seine Probanden von der Anamnese der Tristesse, über die Erkenntnis der Wut hin zur Lösung aller Probleme mit Gewalt. Ein Stück düster komischer Gegenwartsanalyse von Sibylle Berg, einer der meistgespielten deutschsprachigen Dramatikerinnen.

Regie: Grit Lukas
Bühne & Kostüme: Marouscha Levy
Musik: Maren Kessler
Videografie: Conny Klar, Ronny Götter
Dramaturgie: Hauke Pockrandt, Ronny Jakubaschk

Hassmaster: Florian Krannich
Patient*innen: Nora Schulte, Sithembile Menck, Franziska Hayner & Erik Born
Sonntag, Montag: Nils Andre Brünnig

Fotos: Ronny Götter